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Studierende gewannen mit fiktiver Praxisgründung den IFK-Businessplan-Preis

Vier Studierende der Physiotherapie reichten ihr Konzept für eine eigene Praxis ein und gewannen den ersten Preis eines der größten deutschen Physiotherapie-Netzwerke.

Kapital: 100.000 Euro, Kredit: 30.000, Break-Even in sechs Monaten. Ein Zahlenwerk, das zunächst manch eine:n Unternehmensgründer:in abschrecken mag, jedoch bei jeder Gründung essentiell ist, auch für Physiotherapeut:innen. Die Physiotherapie-Studierenden Patrick Jahn, Andrea Kals, Leander Schmid und Flora Stojkaj haben mit ihrer fiktiven Praxisgründung von „PhysioWins – Prävention und Rehabilitation Heidelberg“ den IFK-Businessplan-Wettbewerb gewonnen. Für den ersten Platz erhielt das Team 5.000 Euro Preisgeld.

Es begann mit einer Projektarbeit der vier Studierenden im Modul Arbeiten im Gesundheitswesen. Prof. Dr. Mieke Wasner als Modulverantwortliche begleitete die Studierenden dabei, in einem Planspiel eine fiktive therapeutische Praxis aufzubauen. Im Kurs Entrepreneurship, den nahezu alle Studierenden aller Fächer an der SRH Hochschule Heidelberg durchlaufen, hatten sie bereits etwas wirtschaftliches Handwerkszeug erhalten. Die Studierenden entschieden sich aus diesem Teil des Moduls die geforderte Prüfungsarbeit zu erstellen. Diese gefiel schließlich Prof. Wasner so gut, dass sie den Studierenden die Bewerbung für den Wettbewerb des IFK, des Bundesverbands selbständiger Physiotherapeuten empfahl. Mit 7.000 Mitgliedern zählt dieser Verband nach dem Deutschen Verband für Physiotherapie zu einem der größten Netzwerke dieser Branche. Wasner half den Studierenden bei der Überarbeitung und Optimierung der Arbeit im Hinblick auf die Kriterien des Wettbewerbs. „Es war viel Arbeit“, berichtet Leander im Nachhinein. „Jeder von uns hat seine eigenen Erfahrungen eingebracht, und es hat viel Spaß gemacht, gemeinsam darauf herumzudenken.“

PhysioWins – Gewinner seiner Ziele sein, das ist der Titel und die Idee hinter der Praxisgründung der vier Bachelor-Studierenden. Die Praxis soll in Heidelberg -Kirchheim situiert sein und einen Schwerpunkt auf Sportphystherapie legen. Mit der Konkurrenz vor Ort können sie es durchaus aufnehmen, denn in den meisten Praxen arbeiten bisher keine akademisierten Physiotherapeut:innen, wie sie in ihrer Arbeit feststellen. Ein großer Vorteil für die baldigen Studienabsolvent:innen, die nicht nur eine praxisorientierte Ausbildung, sondern auch wirtschaftliches Knowhow und einen wissenschaftlichen Hintergrund einbringen. „Wir sehen immer wieder, wie wichtig diese wissenschaftliche Perspektive ist“, betont Prof. Wasner. „Die Physiotherapie entwickelt sich zunehmend als wissenschaftliche Disziplin, weil es in der Zusammenarbeit mit den Krankenkassen wichtig ist, die Evidenz für eine Behandlungsform darzulegen. Das funktioniert nur mit wissenschaftlichem Background.“

„Marketing, Finanzierung – alles mussten wir mitbedenken“, erzählt Andrea über ihr Projekt zur Praxisgründung. Patrick ergänzt: „Die wirtschaftliche Perspektive steht bei der Physiotherapie-Ausbildung nicht vorne an, wir haben sonst eher einen therapeutisch-sozialen Blick. Deshalb war diese Perspektive spannend. Den Plan können wir jetzt jederzeit aus der Schublade ziehen.“ Dennoch bleibe der Plan vorerst fiktiv, wie Flora sagt. „Aber es ist toll zu wissen, dass wir eine eigene Praxis gründen könnten.“ Dies bestätigten auch bereits selbständige Physiotherapeut:innen im Gespräch mit den Studierenden: Das Finanzierungskonzept würde aus ihrer Sicht passen. Das Geld für den Gewinn werden sie erstmal sparen, sagen die vier angehenden Physiotherapeut:innen. Damit können sie sich auch die ein oder andere Fortbildung leisten. In sechs Monaten werden die Studierenden ihr Studium abschließen – im Gepäck viele Kompetenzen, Fachwissen und ein fertiges Konzept für die vielleicht eines fernen Tages fällige eigene Praxisgründung.

Dein Ansprechpartner
Janna von Greiffenstern

Pressereferentin

janna.vongreiffenstern@srh.de +49 6221 6799-934
Die Studierenden Leander Schmid, Flora Stojkaj und Patrick Jahn zwischen Torsten Lübben (Helmsauer Gruppe und Preissponsor) und Brigitte Heine-Goldammer, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands des IFK. Auf dem Bild fehlt die Studentin Andrea Kals, ebenfalls Preisträgerin.